Mit Eva ein Herbstbrevet ins Oderbruch

Mit Eva hat sich so eine Art kleines Ritual entwickelt: einmal im Jahr gemeinsam ein paar Kilometer radeln und dabei über alles Mögliche zu quatschen. Sportliche Höchstleistungen sind ausdrücklich nicht Ziel dieser Touren, höchstens die Einhaltung der Zeitlimits von den Brevets.

Wir finden wieder einen Termin, Eva holt mich zu Hause in Altlandsberg ab, sie hat dann schon einige Kilometer in den Beinen. Routenvorschläge kann man sich ja dank Komoot und Co. vorher hin&her schicken. Wir rollen ostwärts, über Strausberg geht es an einem sonnigen Morgen Ende Oktober 2024 ins Oderbruch.

Ich mache anfangs keine Fotos, in Summe habe ich sechs Fotos unterwegs gemacht… Dabei wäre die Herbststimmung mit dem Sonnenschein durchaus ein paar Pixelhaufen wert gewesen, aber wir geniessen die Stimmung.

Eva zeigt viel Verständnis für ein paar Abstecher unterwegs, damit ich weitere Kacheln für das Veloviewer-Entdecker-Cluster sammeln kann. Die Straßen sind sehr verkehrsarm, die wenigen Autos stören kaum und wir werden sehr rücksichtsvoll überholt, selbst wenn wir nebeneinander fahren. Eigentlich komisch, dass man das so erwähnen kann…

Wir passieren Neuhardenberg und andere kleine Dörfer, vor Frankfurt/Oder meldet sich so langsam der Hunger. Selbst im „Restaurant zur goldenen Möwe“ wird (wie in den Dörfern vorher) deutlich, das sich die Art zu Leben hier zunehmend von Berlin und anderen Metropolen unterscheidet. Im Selbstbedienungsbereich fehlen die sonst weit verbreiteten Bestelldisplays völlig… eine andere Person spricht laut durch den Gastraum, teilweise will sie auch uns in ihre komischen Gedankengänge einbeziehen, wir ignorieren sie, mampfen unsere Pommes weiter.

Wir radeln weiter, am stillgelegten Friedrich-Wilhelm-Kanal wird es richtig lauschig: Herbstsonne, Herbstblätter, Gelassenheit, Reflektionen auf dem Wasser, wunderbar…. dann geht es wieder zurück in Richtung Großstadt. Hinter Fürstenwalde gibt es nochmal viel Farbe auf den Himmel.

Auf letzten Kilometern äußert Eva den Wunsch, den Rest zu ihrem Zuhause dann doch mit der S-Bahn zu absolvieren, sie hat ja dank der Anfahrt aus Berlin schon die 200er Marke erreicht. Ich rechne mit den Abfahrtszeiten der S-Bahn hin und her, Restkilometer bis zum Bahnhof etc… drücke dann ohne Absprache etwas aufs Tempo, damit Eva nicht zu viel Wartezeit auf dem kalten Bahnsteig hat. Wir sind rechtzeitig da, am S-Bahnhof trennen sich unsere Wege. Wir haben einen wunderschönen Herbsttag auf dem Rad gehabt, viel mehr ist nicht zu wollen….

Eine Antwort auf „Mit Eva ein Herbstbrevet ins Oderbruch

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  1. Danke dir für die Erinnerung an einen sehr schönen Tag. Besagte Person in Frankfurt hatte ich schon wieder vergessen – nicht, dass die unterwegs das Wichtigste gewesen wäre, aber doch eine skurrile Begegnung 🙂

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