#festive500 2017

Wie in den drei Jahren davor versuche ich mich auch zum Jahresende 2017 an den festive500. Wie jedes Jahr ergibt sich ein kalkulatorischer Schnitt: 62,5 Km pro Tag führen zum Ziel.

24.12.2017

Es weht ein kräftiger Wind aus Südwest. Suche mir daher am Vormittag eine Route, die erst gegen den Wind führt und mich dann nach Hause schiebt. Zwangsläufig lande ich damit in den Ostbezirken von Berlin, hier werden noch Weihnachtsbäume verkauft und die sonstigen Einkäufe erledigt. Vor dem Mittagessen sind 42 Kilometer auf dem Konto, das reicht mir erstmal als Einstieg.

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Bettelampel in Berlin

25.12.2017

Auf kleinen Umwegen geht es nach Finowfurt, um dort die Schwiegereltern zu Weihnachten zu besuchen, wieder weht der Wind kräftig und kühl, ansonsten eine sehr ereignislose Strecke von 48 Kilometern.

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Fotohalt in Börnicke

 

26.12.2017

Ähnlich wie am Vortag geht es in die alte Heimat, diesmal zu meinen Eltern. Ich schlage noch ein paar Haken, um die Kilometerzahl zu erhöhen. Aber 55 Kilometer sind immer noch unterm notwendigen Tagessoll…

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auf den Resten der „Kapstraße“ bei Finowfurt

27.12.2017

Tja, der Tag war für den Versuch, die festive500 zu bewältigen entscheidend. Morgens fahre ich eine große Runde zum Bäcker, bringe 17 Kilometer und frische Brötchen nach Hause. Gleichzeitig grübele ich, wie ich den Rest schaffen kann/soll/werde. Einmal den Mauerradweg abfahren wäre eine Option…. Fahre nochmal mit dem Rad zum Einkaufen,  6 Kilometer und eine Packung Snickers für spezielle Ideen kommen neben der Milch und anderen Dingen nach Hause. Mache ein Nickerchen, plane mit Komoot herum, checke den Wetter- und Windbericht. Gegen 19:00 Uhr sitze ich wieder auf dem Rad. Erstmal grob Richtung Norden (Rückenwind), 100 Kilometer sollen mindestens auf der Uhr stehen.

So rolle ich durch den Barnim und den Landkreis Oberhavel. Gegen 23:30 Uhr mache ich im Vorraum der Sparkasse in Fürstenberg/Havel eine längere Pause. Habe 95 Kilometer hinter mir, wärme mich auf, esse zwei Snickers und prüfe meine Optionen. Für eine Rückreise mit der Deutschen Bahn ist es zu spät, der Zug fährt quasi in dem Moment im Bahnhof Fürstenberg los, als ich mit dem Smartphone die Fahrpläne prüfe. Gegen den Wind nach Hause radeln? Oder weiter durch die Nacht mit Rückenwind? Entscheide mich für den Rückenwind, ziehe mir noch eine zusätzliche Lage an und lasse mich von Komoot weiter in den Norden führen.

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Pause in der Sparkasse Fürstenberg/Havel

Die Straßen sind leer, ab und an mal ein LKW, die Tankstellen sind unbesetzt. Stunde um Stunde kurbele ich durch die Nacht, der Snickersvorrat geht auch langsam zu Neige. In Demmin ist endlich eine Tankstelle besetzt, es gibt einen aufgewärmten Fertig-Burger. Die Zwiebeln verleihen dem Ding etwas Geschmack, aber er wärmt und füllt den doch langsam knurrenden Magen. Dort checke ich auch noch die möglichen Zielorte, abhängig von der Abfahrtszeit der Züge. Eigentlich war Stralsund das Ziel, aber den Wunschzug um 06:16 Uhr würde ich nicht mehr schaffen, also „biege ich ab“ in Richtung Greifswald. Muß dann auf den letzten 25 Kilometern noch kräftig in die Pedale treten, damit ich den Zug sicher schaffe. Etwa zu dem Zeitpunkt gibt dann auch die kleine rote Lampe am Helm den Geist auf, der Akku ist alle. Ein Hoch auf das Dynamolicht! Erreiche den Zug, verzweifele an dem Fahrkartenautomaten (9 Schritte bis zum Ticket, noch kein Fahrradticket und Bargeld in 20-Euro-Noten wird verweigert). Egal, es gibt nach Diskussionen ein Ticket im Zug, bis Bernau mache ich ein paar Nickerchen. Mit dem Reststück nach Hause landen 242 Kilometer auf dem Konto. Zwischenstand: 409 Kilometer, den Rest schaffe ich dann auch noch.

29.12.2017

Greife am Abend auf eine der vorbereiteten Routen bei Komoot zurück, dann geht es wieder in die dunkle Nacht. Will den Rest bis zur 500-Kilometer-Marke erreichen, die Wettervorhersage für die restlichen Tage sieht nicht erfreulich aus und wir wollen auch noch in Familie wegfahren. Es wird ein großer Bogen durch MOL, dann geht es nach Berlin, in der Bölschestraße gibt es einen Döner…. Gegen 22:00 Uhr mache ich in Blumberg eine Pause, noch fehlen 12 Kilometer bis zum Ziel. Das Kopfkino beginnt: hoffentlich stürzt die STRAVA-App nicht ab, wie fahre ich jetzt am besten, hoffentlich habe ich keinen Platten. Pumpe nochmal die Reifen nach, aber das ist eher, um mich selbst zu beruhigen….

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Pause am Bahnhof Blumberg

Drehe ausführliche Runden durch den Gewerbepark vom Werneuchener Ortsteil Seefeld, da war ich noch nie… im heimischen WLAN muckt dann das Hochladen der Strecke auf den STRAVA-Dienst, mir wird ganz komisch…. dann kommt aber die Email: Herausforderung absolviert! Na dann kann es ja in den Jahreswechselurlaub gehen, es kommt kein Rad mit.

Die festive500 sind bisher in jedem Versuch anders für mich verlaufen, freue mich auf die Version von 2018!

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