GST 2021 – Nachschau

Was hat sich auf der Strecke der Grenzsteintrophy bewährt und was würde ich bei einem erneuten Start anders machen:

Mentale Vorbereitung 1: Habe mir Videos und Berichte aus den Vorjahren angesehen, die sind unter https://grenzsteintrophy.de/basics/ direkt auf der Veranstaltungsseite verlinkt, auch schon mit Beiträgen aus 2021. Dort wird deutlich, das steile Anstiege regelmäßig und schiebend mit kompletter Ausrüstung zu absolvieren sind. Das es Abschnitte geben wird, die zugewachsen sind und auch dort jeder Kilometer „erkämpft“ werden muss.

Mentale Vorbereitung 2: Ich bin in 2020 im Harz Platte gefahren, mit Absicht zweimal quer über den Harz. Um für mich herauszufinden, ob ich auf der Platte mit mir klarkomme und ob ich vergleichsweise kurze Tagesetappen akzeptiere. Ob ich davon mehrere Tage überstehen könnte, blieb damit aber noch offen. Ich hatte bei der Tour ein FAT-Bike, bei anderen Ausflügen habe ich mit einem normalen MTB nen Abstecher auf den Plattenwegen gemacht.

touristisches Tempo 😉

Und mir war auch klar, das ich die Strecke in meinem Tempo, einem touristischem Tempo absolvieren werde und nur damit schaffen kann. Mir ist egal, wer schneller oder langsamer als ich an der Ostsee ist, ich wollte die Strecke für mich fahren, nicht gegen andere.

Plusbereifung: Aus meiner Sicht DER Erfolgsfaktor für eine „entspannte“ Absolvierung der Tour. Diese Reifen (3 Zoll Breite, fast egal ob 29er oder 27,5er) nehmen der Platte den größten Schrecken, die rollen über die Löcher und man kann damit deutlich lockerer in die Abfahrten gehen. Mehrfach war ein direkter Vergleich mit „Schmalreifenfahrern“ möglich, wo die „Materialüberlegenheit“ dann doch spürbar war. Mein Respekt an alle GST-Absolventen in der Vergangenheit, die auf klassischen 26ern die Strecke geschafft haben, ich möchte das nicht versuchen.

Dieses „optimale Material“ hat aber eine Kehrseite, die den Start/eine Teilnahme für manche Leute erschwert bzw. unmöglich macht. Hand aufs Herz, wie viele Leute haben ein Rad mit PlusReifen in Reichweite? Wieviele Leute haben die finanziellen Möglichkeiten, ein Rad extra für die GST anzupassen? Oder sich ein komplettes Rad dafür zu besorgen?

Lagerbekleidung: Das habe ich von Frank gelernt: es ist sehr angenehm, wenn man abseits des Rades nochmal einen kompletten Satz Anziehsachen hat. Klar, das ist dann kein Minimalkonzept, wie es andere Leute am Start hatten. Für mich wäre es genau richtig!

Bremsen: Für Brandenburger Verhältnisse und meine Streckenlängen hier reichen die mechanischen AVID BB7 mit 180er Scheiben wohl weiterhin aus. Aber auf der GST haben das vollbeladene Rad und ich die Bremsen an ihre Grenzen gebracht. Es gab ein paar Abfahrten mit Landstraßen quer im Abhang, wo die Bremse vorher deutlich in der Wirkung nachließ und ich ne gewisse Art von Angstschweiß hatte… Also entweder größere Scheiben oder ne Kombination aus ner 200er Scheibe vorn mit hydraulischen Bremsen.

die verbrauchten Bremsbeläge der AVID BB7 nach etwa 3000 Kilometern, 1300 davon auf der GST

Tubeless: Ich hatte unterwegs sechs Platten, alle Löcher hätte eine Dichtmilch geflickt. Ich werde das unabhängig von der GST nochmal ausprobieren, ich kann da nur lernen! Und den künftigen Startern und Starterinnen kann ich aktuell Tubeless nur empfehlen, ich war gefühlt der einzige mit luftlosen Rädern unterwegs. Im Gegenzug haben sich die Schnellklebeflicken ohne Gummilösung absolut bewährt.

Trinkflaschenpositionierung: Spätestens, wenn die Kuhscheiße an der Trinkflasche klebt und man andere Radler mit der Flasche am Lenker sieht, dann denkt man noch mal intensiv über die sinnvollen/nutzbaren Positionen am Rad nach.

Lenker mit mehr Griffvarianten: Frank hatte mit dem Moloko-Lenker von Surly wohl die meisten Griffvariationen am Rad, ich hatte nur eine Griffstellung. Für so eine lange Strecke machen mehrere Möglichkeiten absolut Sinn!

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