Ein DIY-Brevet im März 2022

Die Weltlage verschiebt sich, neben Corona tobt ein komischer Kerl seine Großreichphantasien mit Waffengewalt aus und ich brauche eine Gedankenpause. Erinnere mich an die Tage auf der GST im letzten Sommer. Den ganzen Tag nur Radfahren, nur den Track als Plan, sonst nix im Kopf. Habe für die Familie vorgesorgt, die übliche Bäckerrunde findet heute nicht statt.

1. Versuch…

2. Versuch, der Kopf wird klar. Kurz vor Sonnenaufgang, Blick auf das Altlandsberger Scheunenviertel.

Die geplante Route führt einmal um den Berliner Autobahnring. Hatte noch eine alternative Route im Hinterkopf, die eine Rückfahrt mit dem Zug zur Folge hätte und konnte meine Form nicht einschätzen. Also dann lieber die Rundreise, als eine ungeplante Nacht auf einem Bahnhof, wenn man den Zug verpasst hat.

Unisex-Klo für Randonneure, arschkalt.
Irgendwo zwischen Tesla und KönigsWusterhausen finde ich die Sandfabrik, in der der berühmte Brandenburger Sand hergestellt wird und dann (un)gleichmäßig auf die Wege verteilt wird, damit die Touristen länger bleiben und später zu Hause was zu erzählen haben.
Über den Winter hat der Honigvorrat im Haushalt stark abgenommen, ein Glas kommt mit nach Hause.
Schön hier in Brandenburg!
Dönerpause irgendwo bei GroßKreutz
Warten auf die Fähre über die Havel in Ketzin
Fährfahrt nur für ein Radfahrer und das Rad.
Zwischenstand irgendwo hinter Kremmen
Schleuse Lehnitz

Der Tag auf dem Rad verläuft relativ „ereignislos“, aber das war ja das gewünschte Ziel. Ich rolle gleichmäßig und ohne Hast durch Brandenburg, bis auf einen bayrischen Autofahrer gibt es auch von den anderen Verkehrsteilnehmern kein Streß. Mache viele kleine Pausen für Fotos, fürs Wasserlassen, für das Anpassen der Bekleidung an die Temperaturen. Lerne meinen Garmin noch besser kennen (Energiesparmodus….) und weiß auch, warum Garmin Geräte mit großem Display anbietet. Weil meine Augen schlechter werden und ich manche Angaben unterwegs nicht mehr so gut lesen kann und die Lesebrille zu Hause liegt/unterwegs unpraktisch wäre.

Bei der Schleuse Lehnitz stehen noch 45 Kilometer bis nach Hause auf dem „Plan“ und es lässt mich merkwürdig kalt. Bin mir nicht sicher, wie ich das richtig in Worte fassen soll. Die Reststrecke ist da jedenfalls keine mentale Hürde mehr. Spannend wird irgendwann die Frage, wie mein Kopf reagiert, wenn da 145 Kilometer stehen würden.

Am Ende des Tages stehen 265 Kilometer auf dem Garmin, den Zug der Alternativroute hätte ich um 15 Minuten verpasst (die vielen kleinen Pausen) und ich habe wieder was für mich gelernt. Wer Brevets (auch mit anderen Leuten und Stempelkarte) fahren möchte, findet auf https://thewomenallride.cc/flinta-fahrt-mehr-brevets/ eine Anleitung.

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